Rheinfelden. Der Evonik-Standort Rheinfelden empfing kürzlich die CDU-Bundestagsabgeordneten Felix Schreiner und Fabian Gramling zu einem Austausch über die Herausforderungen der Energietransformation sowie die politischen Rahmenbedingungen für die Industrie.
Da der Wahlkreis Lörrach-Müllheim derzeit keine direkte Vertretung im Bundestag hat - Stefan Glaser (CDU) verpasste aufgrund des neuen Wahlrechtes den Einzug ins Parlament - betreut ihn Felix Schreiner zusätzlich zu seinem Wahlkreis Waldshut-Hochschwarzwald und seinen Aufgaben als Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion mit. Dafür sprach ihm Standortleiter Jörg Falkenberg seinen ausdrücklichen Dank aus. „Jeder Wahlkreis sollte im Bundestag vertreten sein,“ so Schreiner.
Als federführender Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Wasserstoff und Vertreter Baden-Württembergs im Bundestagsausschuss für Wirtschaft und Energie zeigte sich auch Fabian Gramling sehr an der Situation der hiesigen Chemieindustrie und deren Transformationsoptionen interessiert.
Energiekosten senken
Standortleiter Jörg Falkenberg erklärte, dass die massive Preissteigerung von Erdgas den Wettbewerb im internationalen Vergleich deutlich erschwere. „Um hier wettbewerbsfähig produzieren zu können, müssen die Energiekosten deutlich sinken“, unterstrich er. Sein Standort sei derzeit noch stark von Erdgas abhängig. Daher seien Transformationskonzepte im Gespräch, die sich aber in die Verbundproduktion einfügen und langfristig wirtschaftlich tragfähig sein müssen.
Verlässliche Rahmenbedingungen und auskömmliche Förderprogramme, etwa für Netzinfrastruktur, Wärmeversorgung und grünen Strom seien notwendig, um die Transformation der Industrie am Hochrhein frühzeitig voranzubringen und erfolgreich zu gestalten. Auch die Möglichkeit, kostendeckend grünen Wasserstoff am Standort zu erzeugen, sei für die Wettbewerbsfähigkeit wichtig.
Ein weiterer Punkt sei die Anpassung des Europäischen Emissionshandels (EU-ETS Emission Trading System). Andere Weltregionen ohne vergleichbare CO2-Bepreisung bestimmten den Markt. „Daher brauchen wir auf europäischer Ebene Justierungen, die der aktuellen handels- und geopolitischen Lage Rechnung tragen“, so Falkenberg. „Bis 2032 erwarten wir zusätzliche Belastungen im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Diese reduzieren die Handlungsoptionen für unseren Standort und die gesamte Chemische Industrie in Deutschland“, erklärt er.
Felix Schreiner betonte: „Für die Chemieindustrie am Hochrhein müssen Klimaschutz und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Hand in Hand gehen. Wir setzen uns dafür ein, dass das EU-Emissionshandelssystem fair ausgestaltet wird, damit deutsche Unternehmen international konkurrenzfähig bleiben und Arbeitsplätze gesichert werden.“
Hier entsteht Zukunft
„Der Chemiestandort Deutschland ist der Schlüssel für Innovation und Wertschöpfung“, erklärte Fabian Gramling. „Der Besuch bei Evonik in Rheinfelden zeigt: Hier entsteht Zukunft. Damit das so bleibt, brauchen unsere Unternehmen verlässliche Rahmenbedingungen, wettbewerbsfähige Energiepreise und vor allem eines: echtes Tempo für Innovation statt Stillstand.“
Falkenberg dankte den Bundestagsabgeordneten für den wertvollen Austausch und ihre Unterstützung. „Das Ziel bleibt klar“, sagte er, „mit innovativen Lösungen, hoher Produktivität und nachhaltiger Energieversorgung treiben wir die Transformation hin zu Wettbewerbsfähigkeit und Klimaneutralität aktiv voran. Gemeinsam gestalten wir die Zukunft der Industrie am Hochrhein“, so der Standortleiter abschließend.